Mittwoch, 12 August 2020

Narrenzunft Moorochs Bad Buchau

Zunftbeschreibung

buchauBad Buchau war einst kleinste freie Reichsstadt. Die Stadt liegt am wohl bekanntesten und größten Naturschutzgebiet Südwestdeutschlands, mitten im schwäbischen Oberland. Fasnet wird in der ehemals freien Reichsstadt Buchau schon seit Jahrhunderten gefeiert. Schon 1672 wurde die Buchauer Fasnet in den Stiftsprotokollen erwähnt. Ab 1900 feierte man eine großartige Fasnet in Buchau, die dann allerdings mit dem Beginn des Krieges eingestellt wurde. 1963 wurde nach Vorarbeit durch acht junge Männer die Narrenzunft Moorochs ins Leben gerufen, um den durch Krieg und Not erloschenen Fasnetsbrauch zu neuem Leben zu erwecken. Diese kleine Gruppe hat sich zu einem über 1100 Mitglieder zählenden Brauchtumsverein entwickelt.

Narrenruf :  Moor - Ochszur vereinseigenen Homepage:

www.moorochs.de

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Der Moorochs

moorochskleinDie Moorochsen geben der Zunft den Namen und sind auch wegen der Einmaligkeit der Maske ihr Stolz. Ihr urwüchsiger Ochsenkopf soll jedoch kein Hornvieh verkörpern, vielmehr versinnbildlicht er die im Federseeschilf beheimatete ,,große Rohrdommel". Dies ist ein Wasservogel, der wegen seines dumpf-brüllenden, weithin hörbaren Rufes seit altersher ,,Moorochs" genannt wird. Sein häufiges Rufen im Frühjahr wird als Omen für ein fruchtbares Jahr begrüßt.

Der Galgenvogel

galgenvogelkleinDie Galgenvögel umflatterten im Mittelalter den beim Stadtteil Kappel stehenden Galgen des Hohen Gerichts, wenn dort ein Mörder oder Räuber hingerichtet wurde. Dieser Galgen war gleichzeitig Richtstätte der Freien Reichstadt Buchau und des kaiserlich freiweltlichen Damenstifts Buchau. Die Galgenvogelmaske zeigt ein gieriges Gesicht mit scharfen Augen und einem langen, spitzen Schnabel.

Der Weller

wellerkleinGemeint ist damit Europas größter Süßwasserfisch, der nur in wenigen Moorseen heimisch ist. Im Federsee wurde der Weiler (auch Wels genannt) schon des öfteren in Exemplaren von fast zwei Meter Länge und bis zu 50 kg Gewicht gefangen. Sein froschähnliches, breites Gesicht mit den antennenartig abstehenden Fühlern läßt nichts von seinen gefährlichen Reißzähnen ahnen, mit denen er die größten Fische verspeist. Doch das gleiche Schicksal droht auch ihm. Der Federseeweller gilt in der heimischen Gastronomie als ausgesprochene Delikatesse.

Die Seerose

seeroseklein Die in den Wassern des Federsee schwimmende herrliche Blüte paßt so recht die für sie erdachte, lieblich lächelnde und der holden Weiblichkeit vorbehaltenen Maske, deren Haarscheitel durch eine Seerose geziert wird. Übrigens: Die Seerose steht unter Naturschutz! - Auch während der Fasnet!- ,,Seerosen" dürfen daher weder gepflückt noch mit nach Hause genommen werden

Der Riedmeckler

Auch dieser Name stammt aus der Sprache des Federseevolkes, welches diese Bezeichnung jenen Männern gab, die früher den Torf im Federseeried durch Stechen und Trocknen zur Brennstoffgewinnung abbauten. Deshalb ist die Riedmeckelermaske mit ihren derben, wetterharten Gesichtszügen typisch für die Federseelandschaft. Eine leicht gerötete Nase weist außerdem auf den häufigen Genuß des schwäbischen Nationalgetränkes ,,Most" hin. Die Gestalt des Riedmeckelers möchte den heute ausgestorbenen Beruf des Torfstechers für die Nachwelt festhalten.

Vater Federsee

Dies ist eine Einzelmaske mit gelbgrünem Kopf und Schilfbart, die als Beschützer des Federseegebietes und der Zunft auftritt. Als Zeichen seiner Würde trägt der Vater Federsee das dreizackige, gabelartige Herrscheremblem. Der Wassergeist ist eine Art schwäbischer Neptun.

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